
Alte Goldringe, beschädigte Schmuckstücke und nicht mehr benötigte Zahnkronen können einen wirtschaftlichen Wert besitzen. Entscheidend ist dabei nicht allein das Gesamtgewicht, sondern vor allem, wie viel verwertbares Edelmetall tatsächlich enthalten ist. Beim Ankauf von Zahngold und Goldschrott müssen deshalb Fremdmaterialien, Legierungen und der Feingoldgehalt berücksichtigt werden.
Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote besser vergleichen und nachvollziehen, wie sich der Ankaufspreis zusammensetzt. Bei Kaufengold können Sie sich über die Bewertung und den Ankauf geeigneter Edelmetallgegenstände in der Schweiz informieren.
Was zählt beim Ankauf von Zahngold und Goldschrott?
Als Goldschrott gelten beispielsweise defekter Goldschmuck, einzelne Ohrringe, beschädigte Ketten, alte Ringe und andere Gegenstände, die nicht mehr getragen werden. Zahngold umfasst unter anderem alte Zahnkronen und Brücken mit goldhaltigen Legierungen.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Zusammensetzung. Bei Schmuck lässt sich der Goldgehalt häufig anhand einer Punze wie 585 oder 750 zunächst einschätzen. Bei Zahngold ist die Zusammensetzung dagegen nicht immer eindeutig erkennbar. Zahnmaterialien können neben Gold auch Palladium, Platin und weitere Metalle enthalten. Eine fachgerechte Prüfung ist deshalb besonders wichtig.
Das Gesamtgewicht eines Gegenstands entspricht nicht automatisch dem Gewicht des enthaltenen Goldes. Bei Zahngold können beispielsweise Zahnreste, Keramik oder andere Bestandteile das Gewicht beeinflussen.
Gesamtgewicht, Legierungsgewicht und Feingoldgewicht
Für die Bewertung müssen drei Grössen unterschieden werden:
- Gesamtgewicht: Das Gewicht des gesamten Gegenstands einschliesslich aller Bestandteile.
- Gewicht der Goldlegierung: Das Gewicht des Materials, das tatsächlich aus einer goldhaltigen Legierung besteht.
- Feingoldgewicht: Der Anteil an reinem Gold innerhalb dieser Legierung.
Eine Goldlegierung besteht aus Gold und weiteren Metallen. Die zusätzliche Metallmenge kann die Härte, Farbe und Verarbeitungseigenschaften beeinflussen. Der Goldanteil wird üblicherweise in Tausendteilen angegeben.
| Goldfeingehalt | Goldanteil | Reines Gold bei 10 g Legierung |
| 333 | 33,3 % | 3,33 g |
| 585 | 58,5 % | 5,85 g |
| 750 | 75,0 % | 7,50 g |
| 916 | 91,6 % | 9,16 g |
| 999 | 99,9 % | 9,99 g |
Die Tabelle zeigt den rechnerischen Goldanteil bei bekanntem Feingehalt. Bei Zahngold oder Gegenständen mit Fremdmaterialien muss zunächst das tatsächliche Gewicht der goldhaltigen Legierung bestimmt werden.
Wie wird das Feingoldgewicht berechnet?
Die Berechnung ist einfach, wenn das Gewicht der Goldlegierung und ihr Feingehalt bekannt sind.
Formel:
Feingoldgewicht = Gewicht der Goldlegierung × Goldfeingehalt / 1000
Ein Beispiel: Ein alter Ring wiegt 12 Gramm und besteht aus einer 750er-Goldlegierung.
12 g × 750 / 1000 = 9 g Feingold
Die übrigen 3 Gramm bestehen aus anderen Metallen der Legierung.
Bei einem Schmuckstück mit Steinen, Verschlüssen aus anderen Materialien oder nicht goldhaltigen Bestandteilen muss das Gewicht dieser Komponenten zunächst berücksichtigt werden.
Angenommen, ein Schmuckstück wiegt insgesamt 15 Gramm. Nach der fachgerechten Prüfung werden 2 Gramm Fremdmaterial ausgeschlossen. Die verbleibenden 13 Gramm bestehen aus einer 585er-Goldlegierung.
13 g × 585 / 1000 = 7,605 g Feingold
Dieses Beispiel verdeutlicht, weshalb das Gesamtgewicht allein keine zuverlässige Grundlage für die Preisberechnung ist.
Wie wird Zahngold gewogen und bewertet?
Zahngold erfordert häufig eine genauere Untersuchung als gewöhnlicher Goldschmuck. Zahnkronen und Brücken können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Keramikverblendungen, Zahnreste und andere Bestandteile müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Der Ablauf umfasst üblicherweise mehrere Schritte:
- Sichtung: Die Gegenstände werden auf sichtbare Fremdmaterialien und Besonderheiten untersucht.
- Gewichtsermittlung: Das Material wird mit geeigneten Waagen gewogen.
- Materialprüfung: Die Zusammensetzung und der Edelmetallgehalt werden mit geeigneten Prüfverfahren bestimmt.
- Wertermittlung: Auf Grundlage der festgestellten Zusammensetzung wird der Materialwert berechnet.
- Angebot: Der Händler unterbreitet ein Ankaufangebot, das Sie prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen können.
Bei Zahngold reicht eine sichtbare Goldfarbe nicht aus, um den tatsächlichen Goldgehalt zuverlässig festzustellen. Auch eine einfache Gewichtsangabe erlaubt noch keine genaue Aussage über den Wert.
Wie entsteht der Ankaufspreis?
Der Materialwert hängt vom ermittelten Edelmetallgehalt und den aktuellen Marktpreisen ab. Bei Gold wird der Wert des enthaltenen Feingoldes als wichtige Berechnungsgrundlage herangezogen.
Vereinfacht gilt:
Materialwert = Feingoldgewicht × Preis pro Gramm Feingold
Enthält ein Gegenstand beispielsweise 7,605 Gramm Feingold und beträgt der angenommene Referenzpreis 100 CHF pro Gramm, ergibt sich ein rechnerischer Materialwert von 760,50 CHF.
Das ist ein vereinfachtes Rechenbeispiel und kein aktuelles Ankaufangebot. Der tatsächlich ausgezahlte Betrag kann unter anderem aufgrund der Ankaufskonditionen, der Verarbeitungskosten und der festgestellten Materialzusammensetzung abweichen.
Zusätzliche Edelmetalle können bei Zahngold ebenfalls einen Wert besitzen. Ob und wie diese berücksichtigt werden, hängt vom Material und vom jeweiligen Ankaufverfahren ab.
Weitere Informationen zur Preisberechnung finden Sie im Kaufengold-Beitrag Wie man den Wert von Altgold berechnet.
Zahngold und Schmuck fachgerecht verkaufen
Vor dem Verkauf empfiehlt es sich, die Gegenstände nicht eigenständig zu zerlegen oder chemisch zu behandeln. Unsachgemässe Eingriffe können die Bewertung erschweren und unnötige Risiken verursachen.
Kaufengold bietet Informationen zum Ankauf verschiedener Edelmetalle und Wertgegenstände. Für die Bewertung von Gold, Silber und weiteren Materialien können Sie sich über die Expertise für Gold, Silber, Zinn und Diamanten informieren.
Auch beschädigter Schmuck kann einen relevanten Materialwert besitzen. Entscheidend ist, dass der Edelmetallgehalt nachvollziehbar bestimmt wird und das Angebot auf einer transparenten Bewertungsgrundlage beruht.
Gold und andere Edelmetalle können zudem wiederverwertet werden. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Auch Gold kann recycelt werden. Wer neben Gold weitere Edelmetallgegenstände besitzt, findet Informationen zum Verkauf von Silber.
Checkliste vor dem Verkauf
- Gegenstände sortieren: Trennen Sie Zahngold, Goldschmuck und andere Materialien, soweit dies ohne Eingriffe möglich ist.
- Unterlagen sammeln: Bewahren Sie vorhandene Kaufbelege, Zertifikate und frühere Bewertungen auf.
- Gewicht richtig einordnen: Verwechseln Sie das Gesamtgewicht nicht mit dem Feingoldgewicht.
- Material prüfen lassen: Lassen Sie insbesondere Zahngold fachgerecht untersuchen.
- Preis nachvollziehen: Fragen Sie nach dem festgestellten Edelmetallgehalt und der Berechnungsgrundlage.
- Angebote vergleichen: Prüfen Sie die Konditionen verschiedener geeigneter Ankäufer.
Häufige Fragen (FAQ)
Ja. Zahngold trägt nicht zwingend eine sichtbare Punze. Der Edelmetallgehalt kann durch geeignete Prüfverfahren bestimmt werden. Der fehlende Stempel bedeutet daher nicht automatisch, dass das Material wertlos ist.
Das Gesamtgewicht umfasst den gesamten Gegenstand. Das Feingoldgewicht bezeichnet dagegen nur die darin enthaltene Menge reinen Goldes. Bei Schmuck müssen gegebenenfalls Steine oder andere Fremdmaterialien berücksichtigt werden.
Nein. Der Wert hängt von der tatsächlichen Zusammensetzung, dem Goldgehalt und den aktuellen Marktpreisen ab. Manche Dentallegierungen enthalten weitere Edelmetalle, andere weisen einen geringeren Goldanteil auf.
Eine Punze kann bei Schmuck einen ersten Anhaltspunkt liefern. Eine genaue Bestimmung ist ohne geeignete Prüfmittel jedoch nicht immer möglich. Bei Zahngold ist eine fachgerechte Materialanalyse besonders empfehlenswert.
Keramik, Zahnreste und andere Bestandteile gehören nicht zwangsläufig zur goldhaltigen Legierung. Sie können das Gesamtgewicht erhöhen, ohne den Goldanteil entsprechend zu steigern. Deshalb muss die Zusammensetzung bei der Bewertung berücksichtigt werden.
Bei einer bekannten Legierungsmasse wird das Gewicht mit 0,585 multipliziert. Zehn Gramm einer 585er-Goldlegierung enthalten rechnerisch 5,85 Gramm Gold. Der Geldwert ergibt sich aus dem Feingoldgewicht und dem zugrunde gelegten Goldpreis, angepasst an die Ankaufskonditionen.
Beschädigte Schmuckstücke und einzelne Schmuckteile können für den Edelmetallankauf geeignet sein. Ob ein Gegenstand angenommen wird und welcher Preis möglich ist, hängt von Material, Gewicht und Zusammensetzung ab.
Eine aufwendige Reinigung oder chemische Behandlung ist nicht erforderlich. Nehmen Sie keine eigenständigen Eingriffe vor. Lassen Sie das Material stattdessen fachgerecht prüfen.
Das ist grundsätzlich möglich, sofern die Materialien im jeweiligen Ankaufverfahren geprüft und angenommen werden. Bei bestimmten Dentallegierungen können beispielsweise Palladium oder Platin relevant sein. Fragen Sie nach, welche Bestandteile in die Bewertung einfliessen.
Wenden Sie sich an einen Edelmetallankäufer, der die Zusammensetzung des Materials nachvollziehbar prüft und die Berechnung seines Angebots erläutert. Kaufengold ist eine Anlaufstelle für Informationen über den Ankauf von Edelmetallen und geeigneten Wertgegenständen in der Schweiz.